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Lindy Hop: ein Tanz zu Swingmusik

Musikalisch gesehen ist Swing die wohl populärste Variante des Jazz, die sich bereits in den 1930er Jahren etabliert hat. Seine Rhythmik ist fließend und "schwingend". Und der Tanzstil, der sich zu eben dieser Musik weit verbreitete, nannte sich zunächst "The Hop".

Angesichts der Glanzleistung des berühmten Post-Fliegers Charles Lindbergh (er überquerte als Erster ganz allein und non-stop den Atlantik von New York nach Paris mit seiner "Spirit of St. Louis" im Jahre 1927) lauteten die Zeitungsschlagzeilen damals: "LINDY HOPS THE ATLANTIC!".

Zur gleichen Zeit fand in New York ein Charity-Tanz-Marathon statt, bei dem einer der Väter des Hop, "Shorty" George Snowden, sich plotzlich von seiner Tanzpartnerin löste und begann, in ein paar Schritten in einem Stil zu improvisieren, der gerade unter den farbigen in New York "in" war. Ein Reporter wunderte sich und fragte Snowden, was er dort mache.  Dieser erinnerte sich prompt an Lindberghs Erfolg und anwortete: "I'm doin' the Hop, the Lindy Hop!".

Der Lindy Hop vereint die Erdverbundenheit afrikanischer Tänze mit dem europäischen Bedürfnis, sich beim Tanzen als Paar anzufassen. Fließende horizontale Bewegungen, schnelle Beinarbeit, Kicks und auch Sprünge sind typische Elemente. Von den Schwarzen in Harlem geprägt, entwickelte er sich auch unter den Weißen quasi zum "Volkstanz" zur Swingmusik und wurde damit zu einem echten "social dance".

Die damaligen Ballrooms wie z. B. das Savoy und der Cotton Club in New York waren sehr groß und mit Tänzern ziemlich gut gefüllt. Damit die Musiker auch ohne Verstärkeranlage akustisch gut "rüberkommen" konnten, wurden die Musikinstrumente der Bands einfach mehrfach besetzt: die Big Band mit ihrem unvergleichlichen Sound war geboren. Die Tänzer ahmen das dialogische Prinzip der Big-Band-Arrangements nach. Sie halten sich an einer Hand und begleiten mit ihren tänzerischen Bewegungen die Wogen des Rhythmus.

Übrigens: der Lindy Hop ist der Urvater aller späteren Variationen wie Balboa, Shag, Jitterbug, Boogie Woogie und auch Rock'n'Roll! Und im modernen Jive wurden einige Grundelemente des Swing für den europäischen Turniertanz einfach nur normiert.